So wie die Munas, zählen auch die Bolikas zu den Trollieden. Im Unterschied zu ihren hünenhaften Vettern, sind Bolikas eher Kleinwüchsig von Gestalt, was sie noch mehr wie „Trolle“ oder „Gnome“ erscheinen lässt. Allen Trollieden gemein ist hingegen ihre relative Wehrlosigkeit. Während die Munas in der „Heiligen Symbiose von Corelian“ Schutz und Heimat fanden, mussten die Bolikas seit jeher allein mit der Grausamkeit des Universums zurechtkommen. Heutzutage sind sie hauptsächlich im unwirtlichen McGregor-Land anzutreffen, wo ihnen die Aufsicht über die neutralen Tauschplätze obliegt. Bolikas sind keine großen Krieger. Das Kämpfen überlassen auch sie liebend gern anderen, versuchen zugleich aber aus jedem Konflikt Kapital zu schlagen. Schließlich sind diese Kreaturen in erster Linie Kaufleute, die buchstäblich mit allem handeln – ausgenommen Lebewesen! Ihre gesellschaftliche Stellung im McGregor-Land mussten sich die Bolikas schwer und teuer erkämpfen, weshalb sie sich jetzt von niemandem mehr bevormunden lassen! Ihr Charakter gilt als halsstarrig, äußerst widerstandsfähig, egoistisch und über alle Maßen verschlagen – oder wie Steinbach es einmal treffend auf den Punkt brachte: „Diese Biester sind klein aber gemein!“
Die Geschichte der Tamarin begann mit Sargan, dem Großvater der jetzigen Tamarin-Kaiserin Sabine, den die Historiker der Allianz später wegen seiner Taten Den Großen nennen sollten. Aus seiner Ehe mit Petronella von Gondal gingen insgesamt drei Söhne hervor: Rios, Satyr und Jerum. Eines Tages machten die drei Prinzen zusammen mit ihrem Jugendfreund, Dulong von Wodina, einen Abstecher ins Tamarin-System. Dort kam es zu dem, was der Nachwelt als Illumination überliefert ist. Was exakt hinter diesem kosmischen Phänomen steckte, ist bis heute rätselhaft geblieben. Für nahezu zehn Sekunden stand die Zeit still, öffnete sich ohne erkennbare Ursache ein Spalt im Raum-Zeit-Kontinuum. Dadurch waren die Personen auf dem Planeten unbekannter Strahlung ausgesetzt. Sinnbildlich gesprochen, wurden sie in diesem Moment quasi vom Finger Gottes berührt. Anschließend wiesen alle bleiche Hautfarbe und schneeweißes Haar auf. Trotz intensivster Bemühungen konnten die Ärzte nie herausfinden, was mit den Prinzen und ihrem Begleiter passiert war. Neben der optischen Veränderung ließ sich zunächst nur erkennen, dass die vier extrem langsamer alterten als ihre Zeitgenossen. Tatsache ist: Damals schuf das Universum aus unbekannten Gründen vier unechte Tamarin, die sich ohne weiteres fortpflanzen konnten und auch sonst fast wie normale Menschen lebten. Freilich traf diese Feststellung nicht auf ihren Nachwuchs zu. Satyrs Kinder – die Hoheiten Sarin, Satyrion und Sabine – die er mit Sabrina Keniatta, der großen Schwester von Kommandeur Juno Keniatta hatte, Rios Sprösslinge – Richard und Jasmina – sowie Jerums Nachwuchs – Adalur und Albina – mutierten zu echten Tamarin und bilden seither eine vollkommen neue Spezies. Nur Dulong blieb außen vor, weil er zeugungsunfähig war. Originäre Tamarin verfügen über enorme illuminatorische Fähigkeiten. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um eine genetische Deformation, welche diese Wesen dazu befähigt, elektrische Energie in ihrer reinsten Form zu nutzen – und das unmittelbar auf atomarer Ebene. So wie Säuren hygroskopisch sind, können Tamarin Elektronen der Atome ihrer Umgebung beeinflussen, auf die sie wie ein Magnet wirken. Diesen permanenten Sog nehmen Menschen beispielsweise als unangenehmes Kältegefühl wahr, dass auch jegliche Flüssigkeit binnen Sekunden gefrieren lässt. Abgesehen von ihrem optischen Erscheinungsbild haben die echten Tamarin absolut nichts Menschliches mehr an sich. Diese Wesen sind ein Paradoxon, denn sie existieren scheinbar losgelöst von Zeit und Raum. Zwar verkörpern sie reinste Energie, wandeln aber trotzdem nicht als körperlose Geister umher. Obendrein sind sie unverwundbar, quasi unsterblich und vermögen durch ihre illuminatorischen Kräfte – auch Tamarin-Feuer genannt – die Konsistenz ihrer Umgebung zu beeinflussen. Die Physiognomie eines Tamarin zeichnet sich durch unnatürlich weiße, geradezu anämische Gesichtszüge aus. Dazu tragen diese Wesen stets einen Sichtschutz, der ihre Augen komplett verdeckt. Dieser ist rot, blau oder pechschwarz getönt und verkörpert weit mehr, als ein rein modisches Accessoire. Ohne ihn würde jeder sofort erkennen, dass Tamarin eigentlich über keinerlei Pupillen im herkömmlichen Sinn verfügen. Stattdessen wirkt es so, als ob in den Augenhöhlen unheimlich glimmende Leuchtdioden sitzen. Dieser mitunter gespenstisch anmutende Anblick trug mit zum negativen Image bei, welches diese Lichtwesen unter den Menschen des Luna-Gürtels genießen. Um nicht vollends als Dämonen verabscheut zu werden, entschieden sich die kaiserlichen Hoheiten notgedrungen, ihre Augenpartie vollständig hinter einer getönten Sichtblende zu verbergen.
Die Munas rechnet man anatomisch zur Rasse der Trollieden1. Gemeinsam mit Corelianern, Schwertfischen und Dringos bilden sie die „Heilige Symbiose von Corelian“. Ausgewachsen mindestens zwei Meter groß, von ihrer Statur her breit und kräftig wie wandelnde Kleiderschränke, besitzen Munas längliche Köpfe mit extrem hohen Wangenknochen und überwiegend orangefarbenen Haaren, die wie Stroh wirken, das bis zur Schulter reicht. Teils elegant gestreckte, teils runde Knollennasen, sowie breite Münder, die stets ein sanftmütiges Lächeln zeigen, zieren ihre Gesichter. Dabei bleiben die Augen dem Betrachter verborgen, da sie in tiefen, zusammengekniffenen Augenhöhlen sitzen, die obendrein mit üppig wuchernden Brauen zugewachsen sind. Meist sind Munas mit Hemden aus grünem Sackleinen bekleidet, dass bis zu den Knien reicht. Genau wie Dringos und Corelianer, wäre auch diese Spezies allein als Volk kaum überlebensfähig. Andere – sprich aggressivere Nationen – hätten sie längst unterdrückt und zu billigen Arbeitssklaven degradiert. Doch würde das dem vielschichtigen Können der Munas niemals gerecht! Diese Wesen verkörpern gute und ausdauernde Handwerker – keine Grobmotoriker sondern wahre Filigrankünstler, die hauchfeine Gewebe und wunderschöne Mosaiken anfertigen können. Dies traut man ihnen angesichts der schaufelartigen Hände auf den ersten Blick nicht unbedingt zu. Davon abgesehen gelten Munas als begnadete Landwirte, die in jeder Hinsicht über den berühmten „grünen Daumen“ verfügen. Hingegen sind sie geistig eher schlicht gestrickt, was aber keinesfalls mit Dummheit gleichgesetzt werden darf! Als hervorstechendstes Merkmal dieser Spezies muss zudem ihre unglaubliche Gutmütigkeit gelten. Nie kommt ein lauter Ton oder ein böses Wort über ihre Lippen. Gemütlich, ohne jegliche Hast aufkommen zu lassen, gehen die Munas ihren zahlreichen Tätigkeiten nach. Niemand reibt diese dienstbaren Geister an. Es dauert eben so lange, wie es dauert. Entsprechend gemächlich entfaltet sich ihr Lebensfluss, was die ausgesprochene Langlebigkeit dieser Wesen begründet.
Corelianer sind anthropoide Wesen. Wie die Calzunier, entstanden auch sie aus menschlicher DNA in Laboren der längst untergegangenen Devon-Zeit. Markantestes Erkennungsmerkmal sind große Mandelaugen, sowie die betonte Nasen– Stirnpartie. Das verleiht ihnen sowohl leicht – aber nicht ausschließlich – asiatisches Aussehen, als auch mitunter strenge Gesichtszüge. Optisch wirken Corelianer zierlicher gebaut wie Menschen, doch wurden sie genetisch dahingehend verändert, dass ihnen ihre Schöpfer – die unheimlichen Devon – phantastische Fähigkeiten verliehen. Zugleich bauten besagte Devon eine biometrische Sicherung ein, die es unmöglich macht, die überlegene DNA der Corelianer auf konventionelle Weise aufzuspalten und anderweitig zu nutzen. Dies hatte noch einen weiteren Effekt: Die corelianische DNA wird stets dominant vererbt, selbst wenn ein Elternteil menschlich oder calzunisch sein sollte. Neben Kraft und Ausdauer scheinen im Vergleich zu normalen Menschen bei den Corelianern alle fünf Sinne um das eintausend fache verbessert. Obendrein sind diese Wesen dazu in der Lage, ihre Sinneswahrnehmung gleichsam zu „dimmen“. Wenn es erforderlich ist, erweitern sie ihren Sinnesradius oder fahren diesen entsprechend zurück, damit sie von der sonst permanent einsetzenden Reizüberflutung nicht vollends verrückt gemacht werden. Zusätzlich dazu besitzen Corelianer im wahrsten Sinn des Wortes noch einen „sechsten Sinn“. Dieser wird Aurium genannt und bezeichnet eine besondere Region des Gehirns, welche bei ihnen anatomisch gesehen hinter der Stirnhöhle angesiedelt ist. Das Aurium befähigt die Corelianer dazu, ihre Umwelt viel differenzierter wahrzunehmen, als es Menschen mit ihrer Technik jemals vermögen. Dazu gehört beispielsweise, dass sie selbst die schwächsten elektrischen Impulse spüren können. Vermutlich deshalb werden diesem Volk sogar rudimentäre telepathische Fähigkeiten nachgesagt. Das macht sie den Menschen besonders unheimlich, die in den Corelianern stets gewaltbereite Kreaturen sehen, denen man besser aus dem Wege geht. Diese anatomischen Besonderheiten haben jedoch ihren Preis: Im Unterschied zu normalen Menschen besitzen Corelianer nur unterentwickelte Phantasie, können nicht träumen oder weinen – sprich ihre Gefühle ausdrücken. Außerdem fehlt ihnen die Fähigkeit Lesen, Schreiben oder Rechnen zu erlernen. Trotz dieses geistigen Mankos wäre es ein grober Fehler, Corelianer als primitiv oder unterentwickelt einzustufen, denn sie pflegen ein reges soziales Leben. Zu diesen Errungenschaften zählt das „Confar“ was so viel wie die „Große Zusammenkunft“ bedeutet. Es stellt quasi das einzige Fest der Corelianer dar. Hier werden öffentlich die wichtigen Rangkämpfe nach exakt definierten Regeln, die im berühmten Codex Corelianis niedergeschrieben sind, ausgetragen. Die Dringos überwachen als neutrale Schiedsrichter das Geschehen, was verhindern soll, dass es zu ernsten oder gar tödlichen Auseinandersetzungen kommt, was der Codex Corelianis ausdrücklich verbietet! Dank dieser extrem einseitigen Begabung sind Corelianer nicht in der Lage, für sich selbst zu sorgen oder gar ihre Kultur aus eigener Kraft weiterzuentwickeln. Diesbezüglich sind sie auf die Hilfe von Munas und Dringos angewiesen, mit denen sie in der sogenannten „Heiligen Symbiose von Corelian“ friedlich zusammenleben. Im Gegenzug verteidigen die Corelianer besagte Gemeinschaft bedingungslos gegen alle möglichen Übergriffe. Dieser extrem ausgeprägte „Beschützerinstinkt“ ist bei den Corelianern genetisch bedingt. Davon leitet sich ein weiteres Charakteristikum dieser Rasse ab, nämlich dass ihnen Leben in jeder Form heilig ist. Das gilt besonders für Welpen – sprich Kinder – ungeachtet deren Herkunft, die besonders behütet werden müssen.
So wie die Corelianer, stellen auch die Calzunier anthropoide Wesen dar, die aus primitiver menschlicher DNA in Laboren der längst untergegangenen Devon-Zeit entstanden. Während die Corelianer ursprünglich als willenlose biologische Kampfmaschinen konzipiert wurden, sollten die Calzunier quasi die rechtlose Arbeiterkaste des Devon-Imperiums bilden. Markantestes Erkennungsmerkmal dieser Rasse ist die hellblau getönte Haut, das – bei Männern – pechschwarze, glatte Haar, sowie die gelblich getönten Pupillen. Calzunier sind hochaufgeschossen, im Schnitt um die zwei Meter, dazu zeichnet sich ihr Körperbau durch kompakte Muskulatur aus, aber ohne grobschlächtig zu wirken. Kleinwüchsigkeit kommt bei dieser Spezies genetisch bedingt niemals vor. Das zusammen verleiht den Calzuniern geradezu „gotische“ Gesichtszüge. Ihr äußeres Erscheinungsbild ist – mehr noch als bei den Corelianern – von unnahbarer Strenge geprägt. Lachen oder weinen können diese Wesen nicht, deren froststarre Emotionslosigkeit im Random-Universum sprichwörtlich ist. Jene geistige Empfindungsarmut machte es diesen Geschöpfen unmöglich, sich mit anderen Völkern zu verbinden – dies ist ein weiterer wesentlicher Unterschied zu den auch nicht gerade warmherzigen Corelianern! Es ist zwar keinesfalls utopisch mit den Calzuniern in Kontakt zu treten, jedoch stellt der verschlossene Charakter dieser Lebewesen eine wahre Herausforderung für jeden Vollblutdiplomaten dar! Darüber hinaus schweißte ihr entseeltes Lebensgefühl die Calzunier auf fast unnatürliche Weise zusammen. Einem Ameisenvolk nicht unähnlich, verschanzen sie sich seit jeher in ihrem Quadranten. In der Landessprache heißt dieses Territorium Calzun Dack – umgangssprachlich Calzunisches Reich genannt. Umgeben von einem Minenfeld gigantischen Ausmaßes, streben die Calzunier ein völlig autarkes Leben an. Versuche dieser Rasse, gewaltsam zu expandieren, schlugen meist fehl. In diesem Zusammenhang sind hauptsächlich zwei epochale Konflikte hervorzuheben: Zum einen der offene Schlagabtausch mit der „Heiligen Symbiose von Corelian“, in deren Verlauf es den Calzuniern immerhin gelang, ein Teil der legendären Rüstung des Kriegerkönigs Dan (seinen Helm) zu entwenden. Zum anderen gab es auch mehrere bewaffnete Zusammenstöße mit der „Allianz der freien Planeten“, die alle verloren gingen und deren vorläufigen Höhepunkt die verheerende Niederlage im Atomki-Atoll bildete. An dieser legendären Raumschlacht nahm beispielsweise auch Juno Keniattas Großvater als Kommandeur der Sternenflotte teil. Das alles ist jedoch nichts gegen die geradezu fanatische Feindschaft mit den Corden, die im benachbarten McGregor-Land hausen. Begründet liegt dieser uralte Hass zwischen Calzuniern und Corden in der Tatsache, dass letztere mit Vorliebe calzunische Frauen und Mädchen raubten. Diese gelten auch unter Menschen als sehr begehrt, weil sie dank langer leuchtend gelber Haare, großen kristallenen Augen, samtweicher Haut und perfekten Körperproportionen den Traum jeden halbwegs potenten Mannes darstellen. So als ob das nicht schon magische Anziehungskraft genug wäre, verlieh die Natur den Calzunierinnen obendrein auch noch ein besonders Hormon, welches sie unterschwellig verströmen. Dadurch wird der männliche Paarungstrieb stimuliert. Dies macht durchaus Sinn, wenn man die Gefühlskälte calzunischer Männer in Betracht zieht. Sonst würde diese Rasse sicherlich früher oder später von ganz allein aussterben. „Normale“ männliche Wesen – Mensch oder Corde – werden durch die Wirkung dieses Hormons jedoch beinahe um den Verstand gebracht … Von der Abwesenheit jeglicher Gefühlsregung mal ganz abgesehen, zeichnet sich der calzunische Geist lediglich durch rudimentäre Kreativität aus. Das Denkvermögen dieses Volkes ist zwar weiter entwickelt als bei den Corelianern, reicht dennoch längst nicht an das eines gewöhnlichen Menschen heran. Deshalb sind die Calzunier auf Technologieimport angewiesen, wenn sie nicht vollends ins Hintertreffen geraten wollen. Dieser Schizophrene Umstand erfordert einen Spagat, der nicht immer leicht zu bewerkstelligen ist …
Die Dringos gehören zur Rasse der Caniden – wissenschaftlich als Canis corelianis bezeichnet. Sie stammen von hundeähnlichen Vierbeinern ab und erinnern von ihrem Aussehen her an einen Labrador mit hellbraunem Fell. Gemeinsam mit Corelianern, Schwertfischen und Munas bilden die Dringos die „Heilige Symbiose von Corelian“. Bekleidet sind Dringos für gewöhnlich mit unterschiedlich gefärbten Leibchen. Daran lässt sich rein optisch weniger die gesellschaftliche Stellung eines Vierbeiners, als deren momentane Tätigkeitsbereiche ablesen. Da Dringos im wahrsten Sinn des Wortes „Caniden“ sind, können sie nicht sprechen, sondern nur heulende Laute in verschiedenen Tonlagen hervorbringen. Diese mitunter gesangsartige Darbietung kann von betörender Eindringlichkeit sein und ist für menschliche Wesen ohne Hilfsmittel nicht zu verstehen. Gleichwohl ist es für die übrigen Mitglieder der „Heiligen Symbiose von Corelian“ schon zweckmäßig zu erfahren, was ein Dringo gerade von sich gibt. Dazu benötigt man logischerweise einen Übersetzer. Eine solche Apparatur stellt kein Wunderwerk der Technik, wie sie beispielsweise die Imperos verkörpern, dar. Vielmehr handelt es sich um die natürlich vorkommende sogenannte „Nigar-Muschel“. Diese ist lila gefärbt. Es gibt sie in verschiedenen Formaten: von faustgroß bis überdimensional. Während die handlichen Exemplare bequem ans Ohr gehalten werden können, besitzen die größten Stücke die Ausmaße eines Wandschranks. Letztere dienen gewissermaßen als Lautsprecher und werden zur Massenkommunikation, beispielsweise während eines Confar1 eingesetzt. Dringo-Hunde sind – anatomisch bedingt durch ihre Pfoten – weder begnadete Handwerker, noch sonderlich wehrhaft. Ihr scharfes Gebiss hilft gegen Laserwaffen kaum weiter. Was diese Spezies so interessant macht, ist ihre überdurchschnittliche Intelligenz. Diese wurde teils im Lauf der Evolution erworben, teils durch strahlungsbedingte Mutationen hervorgerufen. Daher gelten Dringos weithin als schlau, geradezu gerissen. Sie sind hervorragende Verwalter. Um die „Heilige Symbiose von Corelian“ zu versorgen, treiben die Dringos Handel mit fast allen Nationen. Dabei sind die Vierbeiner als korrekte aber auch sture Verhandlungspartner geschätzt und gefürchtet. Beispielsweise feilschen diese wahrhaft harten Hunde, dass sich die Balken biegen! Auch vom Geldmachen an sich versteht diese Spezies weit mehr, als manch menschlicher „Wirtschaftskapitän“ oder „Anlageberater“. Schon in der Vergangenheit weckte dieses besondere Talent natürlich Neid, Missgunst und mancherlei Begehrlichkeit unter den Nachbarvölkern. Ohne den adäquaten Schutz durch die Corelianer, wären die Dringos hoffnungslos verloren. Obendrein hüten diese Vierbeiner seit Generationen ein archaisches Wissen, dessen urtümliche Wurzeln bis in die finstere Devon-Epoche zurückreichen. Dies mit Bedacht anzuwenden, ist ihr oberstes Ziel. Darüber wacht das „Konzil der Dringos“, dem der Magnus Lupus als weisester Vierbeiner vorsteht. Seinem Gebot beugen sich alle Mitglieder der „Heiligen Symbiose von Corelian“ – selbst die ungemein stolz wirkenden corelianischen Kriegerprinzen! Kurz gesagt, vertraut jedes Mitglied der Gemeinschaft unbeirrt auf Klugheit und Scharfsinn der Dringos, was denen eine enorme Verantwortung in die Pfoten legt …
Allgemein gebräuchliche Bezeichnung für die elektro-mechanischen Einheiten Randoms. Man unterscheidet Imperos höherer Ordnung sowie Imperos niederer Ordnung. Daneben gibt es noch die stationären ZI …
A)Imperos höherer Ordnung:
Als solche werden in erster Linie die „Caniden-Imperos“ bezeichnet. Diese bilden innerhalb des mechanischen Staatsgefüges von Random die eigentlichen Entscheidungsträger. Sie ziert ein Umhang auf dem Rücken, dessen achteckige Schnallen an der Schulter zugleich das jeweilige Rangabzeichen wiederspiegeln. Vorn ist ihr Oberkörper durch einen metallisch schimmernden Brustpanzer geschützt, über den quer eine bogenförmige Platine verläuft. Besagter Harnisch ist bei Dienstgraden vom Komtur (Admiral) an aufwärts golden gefärbt. Ihr Kopf ähnelt stark altägyptischen Darstellungen des Gottes Anubis. D. h. ein Schakal mit spitz aufgerichteten Ohren. Das Haupt eines Caniden ist entweder silbergrau oder bei Angehörigen der kaiserlichen Sicura schwarz gefärbt. Die Augen sind schlitzförmig schräg nach hinten gestellt. Sie leuchten je nach Reichskomtur entweder blau, rot, gelb, grün, oder grau. Unterhalb der spitz vorstehenden Schnauze befindet sich das längliche Sprachmodul.
B)Imperos niederer Ordnung:
Dazu zählen „Wächter“ und „Vollautomaten“. Im Unterschied zu den Caniden-Imperos ist ihr Design eher schlicht und funktionell gehalten. Die „Vollautomaten“ verkörpern unter den Imperos die Arbeiterklasse. Sie sind einzig zum verrichten körperlicher Tätigkeiten geschaffen und wirken entsprechend kräftig. Von der Statur her ähneln die Maschinen Menschen, tragen schwarze Stiefel, einen grauen, durchgehenden, gummierten Anzug, an dessen Schultern verschiedene Embleme angebracht sind, sowie Handschuhe. Quer über die Brust verläuft auch bei ihnen bogenförmig eine Platine mit acht verschiedenen Leuchtanzeigen. Der Kopf wird von einer Art Haube vollkommen umschlossen, die wie ein mittelalterlicher Ritterhelm aussieht. Das Gesicht ist eben. Es erscheint so, als ob der Androide eine stählerne Maske trägt. Sprechen können diese Einheiten nicht, da Mund und Nase fehlen. In Augenhöhe zieht sich eine durchgehende Platine über das Gesicht. Sie schimmert grünlich, wodurch Vollautomaten in der Dunkelheit gut zu lokalisieren sind. Hingegen sind die „Wächter“ ausschließlich als bewaffnete Sicherheitstruppen im Einsatz. Sie sehen im Gesicht genau wie die „Vollautomaten“ aus. Nur ihr Helm ähnelt noch mehr dem einer Ritterrüstung und sie sind natürlich bewaffnet. Am Gürtel ist links ein kurzes Schwert befestigt, das auch als Knüppel verwendet werden kann. Rechts erkennt man die Halterung für die etwa unterarmlange Laserwaffe. Einen Umhang tragen diese Maschinen nicht. Die Farbe ihrer Uniform hängt davon ab, zu welcher Reichskomtur sie gehören:
Kaiserliche Marine = Dunkelrot, die Embleme an den Schultern sind in Silber eingelegt und zeigen das entsprechende Wappen.
Kaiserliche Sicura = Pechschwarz, die Embleme an den Schultern sind in Rot eingelegt und zeigen das entsprechende Wappen.
Kaiserliche Arion = Dunkelblau, die Embleme an den Schultern sind in Gold eingelegt und zeigen das entsprechende Wappen.
C)Stationäre ZI:
Diese Abkürzung steht für Zentrales Interface. Gemeint ist die maßgebliche Steuereinheit einer Institution des imperialen Random der Tamarin-Zeit (Schiff oder Gebäude). Mit Hilfe dieser Einrichtung interagiert der jeweilige Computer mit menschlichen Wesen. Ein ZI manifestiert sich gemäß kaiserlichem Prioritätsbefehl S 55/A als Hologramm in der originalgetreuen Abbildung der imperialen Infantin Rubina von Rabenstolz (zehnjähriges Mädchen) zwischen zwei achteckigen Projektoren. Auch bei den ZI variiert die Farbgebung, je nachdem welcher Komtur das jeweilige System zugeordnet ist. Prinzipiell besitzt ein ZI dieselben Spezifikationen, wie ein „Impero höherer Ordnung“. Was seine Persönlichkeit angeht, ist es jedoch im Vergleich dazu noch unterentwickelter und daher formell den kommandierenden Caniden-Imperos unterstellt.
Die Krakonianer sind Kopffüßer. Wie der Name schon sagt, sind diese Wesen einem Oktopus durchaus vergleichbar. Tatsächlich stellen sie vom Standpunkt der Evolution aus betrachtet, die am höchsten entwickelten Vertreter der Gattung „Octopus vulgaris“ dar. Ihre Klugheit ist überdurchschnittlich, geradezu genial. Darüber hinaus zeichnen sich die Körper der Krakonianer durch einen großen Kopf, acht Arme mit den obligatorischen Saugnäpfen sowie weiche Konsistenz aus. So wie Menschen nur in einer Sauerstoffatmosphäre existieren können, bedürfen Krakonianer einer entsprechenden Salzwasserlösung zum überleben. Ihre Welt ist denn auch ein einziger Ozean. Die Schiffe der Krakonianer sind vollständig geflutet, gleiten die Kopffüßer elegant und nahezu schwerelos durch lauwarme Fluten. Welten, die über andere Umweltbedingungen verfügen, können diese Wesen nur in einer speziellen Umhüllung aufsuchen – so wie Menschen Raumanzüge nutzen. Diese werden durch einen Gravitationsantrieb gesteuert, wodurch sich die Kalmare über dem Boden schwebend fortbewegen können. So verletzlich diese Spezies auch ist, so begabt und erfolgreich betreiben sie Handel. Unter der Dachorganisation der „Krakon-Handelsgilde“ werden wirtschaftliche Beziehungen zu allen bekannten Nationen des Random-Universums unterhalten. Bei Ihren Handelspartnern genießen die Krakonianer allgemein sehr hohes Ansehen wegen ihrer Redlichkeit und Zuverlässigkeit. Darin können sie sozusagen mit den Dringos auf Augenhöhe agieren. Im Unterschied zu den Vierbeinern stehen die Kopffüßer aber nicht unter dem Schutz einer überlegenen Macht, wie sie die Corelianer verkörpern. Leider ruft wirtschaftlicher Erfolg meist auch Neider auf den Plan, weshalb die Krakonianer einen schweren Stand haben. Da ihnen zugleich die Sanftmut der Munas völlig abgeht, wollen sie verständlicherweise nicht kampflos um die Früchte ihrer Arbeit betrogen werden! Angesichts ihrer relativen Wehrlosigkeit sind die Kopffüßer aber gezwungen, sich den Frieden notgedrungen teuer zu erkaufen. Dies geschieht beispielsweise dadurch, dass sie bewaffnete Söldner zu ihrem Schutz anheuern oder cordische Clanchefs bestechen. Die Territorien der Krakon-Handelsgilde selbst liegen zum Glück strategisch günstig im Dreieck zwischen Alexandrinischem Sternenbund und Corelian-Sektor versteckt, was gewissen Schutz vor räuberischen Überfällen bietet. Auch der Raum der Allianz der freien Planeten oder das Grenzgebiet zum Tamarin-Imperium kann unbehelligt durchquert werden. Außerhalb dieser gesicherten Areale sehen sich die Handelsschiffe der Krakonianer jedoch häufig feindseligen Übergriffen ausgesetzt. Vom Aussehen her verkörpern jene Raumfahrzeuge, welche Sepium genannt werden, einen überdimensionalen Tintenfisch. Die Brücke befindet sich sinngemäß in der Stirnhöhle zwischen den großen milchigen Augen, die acht Arme lassen sich kranzförmig aufrichten. Dazwischen spannt sich ein spezielles Sonnensegel, welches dem Gefährt seine Antriebsenergie liefert. Trotz ausreichender Bewaffnung ihrer Raumfahrzeuge brachten die Krakonianer bislang leider keine großen Kämpfer oder Strategen hervor. Nur logisch, dass sie sich einem bewaffneten Konflikt in der Regel durch schnelle Flucht zu entziehen suchen. Ein Hochleistungsantrieb, der im Zentrum unterhalb des Kopfes zwischen den acht Armen angesiedelt ist, hilft ihnen dabei. Zusätzlich kann eine Silikonwolke ausgestoßen werden, welche im günstigsten Fall die Sensoren der Feindschiffe lahmlegt bzw. blendet.